Tage wie dieser

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Keine Zeit im Urlaub

Ich habe Urlaub, zwei Wochen. Und so ganz lässt es sich nicht vermeiden, dass auch der ein oder andere aus meinem Umfeld das mitbekommt. Das ist nicht schlimm, wenn man wegfährt. Bleibe ich - wie dieses Mal - zu Hause versuche ich den Mantel des Schweigens darüber zu breiten.
Denn ansonsten höre ich des öfteren "Oh, du hast Zeit? Dann könnten wir doch ...". Und anstatt der drei Punkte kann man nun verschiedene Dinge einsetzen.

Auf der einen Seite sicherlich nett, immerhin zeigt es ein gewisses Interesse an der eigenen Person, und es sind nicht nur Aufforderungen zur Arbeit dabei, sondern auch andere Dinge wie zusammen Essen gehen, eine Gartenparty (wie noch zuletzt), gemeinsames Grillen, Radtour, ... also prinzipiell schon Dinge, die ich auch mag. Es war sogar ein gemeinsames Wochenende mit einer langen Radtour über zwei/drei Tage dabei, die ich aber (trotz dessen, dass ich den Arbeitskollegen damit vor den Kopf gestoßen habe) verneinte. "Ich habe keine Zeit". "Du hast keine Zeit im Urlaub?"

Ein schönes Beispiel für "warum ich keine Zeit im Urlaub habe" ist der heutige Tag.

Tage wie dieser

Die örtliche "Tafel" hatte noch eine Frage an mich. Und mein Rad benötigt einen neuen Bremsbelag, beim Bremsen gibt es Geräusche, die nicht zu einem Bremsvorgang passen.
Das könnte man doch kombinieren um Zeit zu sparen. Der Radladen macht erst um 10 Uhr auf, also lege ich den Termin für die Tafel in die Zeit zwischen 9 und 10 Uhr, sollte passen. Sollte der Radladen dann 30 Minuten zum Wechseln brauchen, würde ich einfach in einem Café bei einem Kaffee warten, sollte er länger brauchen würde ich das Rad am nächsten Tag abholen. Doch erstens kommt es anders und zweitens ...

Gegen 9:20 Uhr bin ich bei der Tafel und wenige Minuten später haben wir die Probleme gelöst und ich mache mich auf den Weg zum Radladen. Doch der hat noch nicht auf, ich bin zu früh, also warten.
Er guckt sich das Problem an und sagt, dass er 60 bis 90 Minuten benötigt. Zu viel Zeit für eine oder auch zwei Tassen Kaffee, daher möchte ich das Rad erst am nächsten Tag abholen. Doch weil der Laden klein ist, möchte der Händler, dass ich das Rad am selben Tag wieder abholen soll - es kämen direkt weitere Räder und sonst hätte er keinen Platz. Er bat mich um meine Telefonnummer, falls etwas besonderes wäre, würde er anrufen.
Also ging ich zu Fuß knapp 50 Minuten nach Hause, packte den Fahrradträger an den PKW (ich wollte direkt nachdem ich das Rad abgeholt habe zu einer Tour fahren) und war 90 Minuten später wieder in der Stadt um das Rad ab zu holen.
Doch er sagte mir, es wäre viel Kundenverkehr in der Zeit gewesen, er wäre noch nicht mit meinem Rad fertig. Er würde mehr Zeit benötigen, ich solle doch um 12:45 Uhr noch einmal nachfragen (um 13 Uhr macht der Laden bis 15 Uhr Mittagspause, also bedeutete für mich auf jeden Fall pünktlich zu sein).
Die Zeit die ich bis dahin habe, reicht nicht für viel, aber dann fahre ich ans Ende der Stadt zum Einkaufen im Penny. Wieder zurück, ist noch Zeit um auch noch einmal zum Edeka zu gehen, weil die benötigten Zutaten für meine Cocktails im Penny nicht alle vorhanden waren.

Dann wieder zurück zum Fahrradladen, es ist 12:55 Uhr, aber alles passt: das Rad ist fertig. Sogar die vorderen Bremsen wurden gewechselt. Das war zwar nicht im Auftrag erwähnt, aber er hatte sich das Rad insgesamt mal angesehen und auch die vorderen Bremsen waren mehr als fällig: schon "Metall auf Metall" auch wenn es keine großartigen, abnormalen Geräusche verursacht wurden.

Doch inzwischen war es schon 13 Uhr - und somit für meine geplante Tour zu spät: der Tag war schon halb rum.

Und genau deswegen

Und genau das ist der Grund, warum ich während meines Urlaubs eigentlich keine Zusagen mache: Urlaub bedeutet für mich hauptsächlich nicht mich irgendwo anders (z. B. in Südfrankreich) zu befinden (obwohl ich das auch sehr schätze), die Definition von Urlaub ist für mich hauptsächlich das, was ich tun möchte dann wann ich es tun möchte zu machen. Nicht zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten sein zu müssen. Ein Termin irgendwann am Tag kann die komplette Planung des Tages über den Haufen werfen oder auch die Nutzung des Tages massiv einschränken. Selbst wenn der Termin z. B. erst gegen 17 Uhr ist: bei einer Motorradtour gucke ich dann schon gegen 12 Uhr auf die Uhr, ob ich nicht langsam wieder Richtung nach Hause muss, weil ja ein Stau oder Vollsperrung mich aufhalten könnte und ich mich ja noch wieder umziehen muss um meinen Termin um 17 Uhr wahr zu nehmen.
Kein Termin um 17 Uhr bedeutet dann aber im Gegenteil, dass ich um 17 Uhr noch etwas in einem Restaurant essen kann, um 20 Uhr mir noch in einem Biergarten ein Hefe-Weizen gönnen kann und auch erst um 22 oder auch 23 Uhr zu Hause sein kann.

Und daher: genau deswegen!

Und nun?

Und was habe ich aus dem Tag gemacht? Nichts, einen Gammeltag. Auf der einen Seite empfinde ich diesen Tag als "verlorenen" Tag. Auf der anderen Seite: wäre ich weg gefahren, hätte ich wahrscheinlich auch einen Tag im Urlaub einfach am Strand "vergammelt".
Wieder zu Hause gibt es Mittagessen und dann gibt es zum Nachtisch ein Verdauungsschläfchen. Und abends beim Fernsehen einen Cocktail. Vergammelt, aber auch das kann Urlaub sein. Wenn auch anders als ursprünglich geplant. Aber nur 1 Tag von 14. Geht noch.

Cocktails?

Ich war jeher von Cocktails angefixt, noch mehr als von einer guten Flasche Wein. Ein Hauch Alkohol (nicht zu viel), die richtige Portion Früchte, etwas Eis ... lecker. Wichtig ist vor allem das richtige Verhältnis: nicht zu viel Alkohol, nicht zu viel Frucht, aber auch nicht zu wenig.
Beim letzten Grillen mit einem Arbeitskollegen in seinem Garten hatte ich Gin-Tonic für mich entdeckt. Prinzipiell kann man mich damit jagen, aber mit Erdbeer und Minze ... Seitdem habe ich Gin und Tonic zu Hause.

Gin, Tonic, Erbeeren (und / oder einen passenden Cocktailsirup), Minzblätter (geht notfalls auch ohne), Eiswürfel, ggf. etwas Zucker.

Alle Zutaten und Zubereitung gibt es hier.

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