Genuss auf die harte Tour

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Da das Wetter so unstetig ist, habe ich mich entschlossen, dieses Jahr im Sommer nicht eine (oder zwei) Wochen komplett frei zu nehmen, sondern nehme immer kurzfristig einen Tag, wenn ab zu sehen ist, dass das Wetter schön wird. So auch diesen Donnerstag.

Der nächste Urlaub soll mit Wanderschuhen und Pedelec stattfinden. Doch zuvor musste ich einen neuen Sattel haben. Denn der bis dahin aktuelle war zu weich und verursachte daher Schmerzen bei Touren > 50-60 km.
Die Tatsache, dass gerade zu weiche Sättel bei längeren Touren Schmerzen verursachen kenne ich ja auch vom Motorrad. Auch da muss der Sattel härter sein wenn es schmerzt.

Also war ich im Fahrradfachgeschäft und lies mich zu den verschiedenen Modellen von SQ Lab beraten, denn für die Serie hatte ich mich prinzipiell schon einmal entschieden.
Zeitgleich wollte ein Frau mit mir ebenfalls einen Sattel kaufen und daher bediente der Händler uns beide, da wir beide dasselbe Problem beschrieben. Als er bei ihr den Sitzknochenabstand vermessen hatte und ihr einen Sattel empfahl stutze sie. "Ich hatte mir eigentlich etwas Weicheres vorgestellt. Dieser hier ist aber sehr hart!".
Daraufhin spielte der Verkäufer den Erklärbär, was sie jedoch nur mit einem "dann überlege ich es mir noch einmal" quittierte. Alsdann war ich also an der Reihe, Sitzknochenabstand vermessen und ... ich bekam dasselbe Modell empfohlen, welches ich dann sofort zur Kasse trug.

Doch vor den nächsten kommenden Touren musste der Sattel ja wenigstens einmal getestet werden, so dass im Falle von Problemen genügend Zeit für eine Korrektur wäre.
Ein Arbeitskollege schlug eine gemeinsame Tour über die ehemalige Bahntrasse Solingen - Wuppertal - Sprockhövel vor. Besonders die Region um Wuppertal sei sehr schön, Brücken und Tunnel würde sich abwechseln, viele ehemalige Bahnhöfe sind zu Restaurants umgebaut worden und von den Brücken aus hätte man gute Ausblicke über das Wuppertal.



So reisten wir beide in Solingen an und los ging die Tour über die geplanten 80 Kilometer - circa 40 Kilometer und (mangels Rundweg) dieselben 40 km auch wieder zurück.

Der Sattel war jedoch so hart ... dass ich keine Schmerzen hatte. Natürlich merkt man, dass man auf einem Sattel sitzt, natürlich merkt man einen gewissen Druck, aber durch die richtige Breite (Sitzknochenmessung) war der Druck an genau den richtigen Stellen und wir entschieden uns die Tour sogar ein Stückchen über Hattingen hinaus zu erweitern.

Irgendwann wurde es dann Mittag und wir suchten eines der vielen von Bahnhöfen umgebauten Restaurants, jedoch kamen nach Hattingen irgendwie keine mehr.
Doch ... direkt nach einem Tunnel kam auf der linken Seite in Hattingen ein italienisches Restaurant mit Fahrradständern vor einer Sommerterrasse. Hunger, nehmen wir!
Und das war Glück, denn nicht nur, dass wir ein offenes Restaurant (Pizzeria Trattoria Toscana Hattingen) einen Meter entfernt vom Radweg zur Mittagszeit gefunden haben: das Essen war phänomenal lecker!

Als "Amuse-Gueule" gab es Bruschetta und zum Durstlöschen ein alkoholfreies Weizen.
Durch einen Fehler bei meiner Bestellung hatte ich jedoch auf einmal zwei Gerichte vor mir (was die fragenden Blicke der Bedienung ob ich das wirklich essen wolle im Nachhinein erklärt), was sich aber ebenfalls als Glücksfall herausstellte. Der Salat war mit frisch angebratenen Champignons, Krabben, Zucchini sowie Rucola einfach nur klasse, und die Spaghetti Carbonara waren mit die besten - wenn nicht sogar die besten - die ich je gegessen habe.
Nach dem Essen war trotz "satt" war "lecker" stärker, denn die Karte verriet auch noch, dass der Koch noch selbstgemachte Tiramisu im Angebot hat. Doch leider: nicht wochentags. Da alles frisch zubereitet würde und innerhalb der Woche nicht weggeht, würde Tiramisu eben nur an Wochenenden gemacht, weil eben frisch. Schade, aber irgendwie doch gut. Zeigt es doch, dass mehr Wert auf Frische als auf "das machen wir, frieren es ein und holen es bei Bedarf wieder hervor" gelegt wird. So gab es eben einen (ebenfalls klasse) Espresso als Nachtisch.

Anschließend ging es dann in der Sommersonne wieder zurück. Wie aber auch auf dem Hinweg mit möglichst viel "Motor aus". So oft und so viel, dass am Ende nicht nur 80 km Wegstrecke, sondern fast 95 km raus kamen ...

... der Ladestand des Akkus aber trotzdem am Ende immer noch fünf von fünf Balken anzeigte:

Ein genussvoller Tag geht zu Ende. Genuss sowohl beim Essen als auch beim Sattel - letzteres eben auf die harte Tour.

Addendum

Wer lecker Essen gehen möchte, dem sei das Restaurant "Pizzeria Trattoria Toscana Hattingen" wärmstens empfohlen.
Ich überlege sogar irgendwann noch einmal nach Hattingen zu fahren, nur um dort Essen zu gehen! Wirklich Top, ich vergebe fünf von fünf Sternen!

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